Räuchermischungen

Bei Räuchermischungen, auch Räucherwerke genannt, handelt es sich um Kräuter, Kräutermischungen oder andere Stoffe wie Harze, Hölzer oder Balsame, die verwendet werden, um bestimmte Wirkstoffe oder allgemein Duftstoffe freizusetzen. Oftmals werden dem Räucherwerk an sich noch Beistoffe wie Blüten, Früchte oder Duftöle beigefügt, die die Qualität und Vielseitigkeit des Duftes und das Wohlbefinden weiter steigern. Zu diesen Beigaben gehören beispielsweise Lavendel, Rosenblüten und Rosmarin. Selbst Duftholze wie Sandelholz können als Beigabe angewendet werden.

Räuchern - so funktionierts

Damit die Duftstoffe – und je nach Räucherwerk auch andere Wirkungsstoffe – freigesetzt werden können, werden diese geräuchert, also angezündet und langsam verbrannt. Oftmals bedient man sich dabei einer Schale oder eines anderen Gefäßes, um Asche und Rückstände des Brennvorgangs aufzufangen. Es kommt auch vor, dass die Substanzen zusammen mit glühender Kohle erhitzt werden, meist in sogenannten Räucherschalen. Dieser Vorgang ist dem Räuchern mit Weihrauch, das wohl jedem aus der Kirche bekannt sein dürfte, nicht unähnlich. Meist handelt es sich bei dieser Art von Räuchermischungen um Räucherkegel oder Räucherkerzen, die einfachen Räucherstäbchen nicht unähnlich und gerade im Winter zur Weihnachtszeit häufig anzutreffen sind. Räuchermischungen Die bekanntesten Rächerwerke sind wohl die bereits erwähnten Räucherstäbchen, die eingesetzt werden, um die Luftqualität zu verbessern, also um beispielsweise Zigarettenrauch zu vertreiben, oder generell um einen angenehmen Duft zu verbreiten. Dieser kann höchst unterschiedlich ausfallen, je nachdem, um welche Art von Räucherstäbchen es sich handelt. Von leichten und sanften bis hin zu starken und betörenden Düften sind die unterschiedlichsten Sorten erhältlich. Neben den bekannteren Arten von Räucherwerk gibt es auch eine ganze Reihe anderer Kräuter, die sich hervorragend zum Räuchern eignen und die in den meisten Haushalten verbreitet sind, darunter z.B. Thymian oder Kakaoschalen. Viele dieser Mischungen kann man heute in speziellen Räuchermischungen Shops im Internet bestellen, wo es eine große Auswahl und eine gute Preisübersicht gibt.

Tradition des Räucherns

Wie bereits weiter oben ausgeführt, dient der Einsatz der Räuchermischungen in erster Linie dazu, einen Wohlgeruch zu erzeugen, damit der Mensch sich aufgrund anregender Düfte wohler fühlt. Prinzipiell wird die Wirkung von angenehmem Geruch häufig unterschätzt, doch wissenschaftliche Studien bezeugen immer wieder die weitreichenden Auswirkungen wohlriechender Düfte. So spielt beispielsweise in Fragen von gegenseitiger Zuneigung und Liebe der Geruch eine gewichtige Rolle, da das menschliche Gehirn unbewusst Gerüche analysiert und daraus schließt, ob eine engere Beziehung zum anderen in Frage käme. Nicht umsonst gibt es den Spruch „Man kann sich gegenseitig (nicht) riechen“.

Ein angenehmer und natürlicher Geruch kann also einen Großteil zum Wohlbefinden beitragen. Alternativen Heilmethoden sowie der Naturheilkunde sind diese sich positiv auf den menschlichen Organismus auswirkenden Kräfte und Effekte von Räucherwerk schon seit langem bekannt, und auch bei spirituellen und sakralen Vorgängen wie dem oben erwähnten Einsatz von Weihrauch in Kirchen oder in buddhistischen Tempeln spielt der Einsatz von Räuchermischungen eine große Rolle. Dementsprechend hat das Räuchern eine lange Tradition, die auch darin Anwendung fand, dass man zum Zwecke der Vertreibung böser Geister Räuchermischungen einsetzte. Diese Anwendung war – und ist es teilweise noch heute – auf der ganzen Welt verbreitet. Vor allem bei Naturvölkern, aber auch bei anderen Glaubensrichtungen ist diese Tradition nach wie vor gang und gäbe. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass man heute auch im Internet in vielen Shop in allen Variationen Räuchermischungen bestellen und sich direkt nach hause liefern lassen kann.

Weitere Anwendungsgebiete von Räuchermischungen

Im Jahr 2008 wurde ein weiteres Anwendungsgebiet von Räucherwerk in den Medien stark diskutiert. Auslöser war die Kräutermischung „Spice“, die in verschiedenen Variationen wie „Silver“, „Gold“, „Diamond“, „Genie“, „Arctic Synergy“ und „Tropical Synergy“ angeboten wurde. „Spice“ konnte zu Beginn legal verkauft werden, wurde aufgrund seiner Inhaltsstoffe (es wurden mehrere synthetische cannbinoide Wirkstoffe wie CP-467 oder JWH-018 nachgewiesen) jedoch bald verboten. Seit dem bundesweiten Verbot von „Spice“ im 22. Januar 2009 sind der Handel und die Weitergabe von „Spice“ und verwandter Produkte illegal. Ähnlich wie „Spice“ bestehen so manche Räuchermischung aus mit synthetischen Stoffen versetzten Kräutern, durch die die Wirkung des Cannabis-Wirkstoffes THC simuliert wird, weshalb einige Menschen es mit Hilfe von gewöhnlichen Pfeifen, größeren orientalischen Wasserpfeifen oder eingedreht in Zigarettenpapier rauchten, um so eine berauschende Wirkung zu verspüren. Nach dem Verbot von „Spice“stellte sich für die Justiz die Frage, wie eine derartige Anwendung zu bewerten sei: Fallen alle Räuchermischungen unter das Betäubungsmittelgesetz? Wie stark ist die Wirkung einzelner Substanzen und worin genau besteht diese? Ein generelles Verbot für Kräutermischungen stand jedoch letztlich nie wirklich zur Debatte, da ja auch weitverbreitete Produkte wie Räucherstäbchen und Räucherkegel darunter fallen und außerdem nur ein geringer Prozentsatz der Räuchermischungen nach dem Rauchen einen psychoaktiven Effekt bewirkt. Heute kann man in vielen Headshops und über Versandhändler im Internet viele Räuchermischungen kaufen, die dort absolut legal angeboten werden.

Am häufigsten wird die Wirkung einer Räuchermischung, die geraucht werden (kann), mit Cannabis verglichen, wobei von den Konsumenten auch die Nachwirkungen als ähnlich beschrieben werden. Die Wirkung des Cannabis-Wirkstoffes THC besteht grob gesagt aus einer veränderten Wahrnehmung, die sich meist in einem Verlust von Zeitgefühl, körperlichen Symptomen wie Kribbeln, Unruhe oder dem exakten Gegenteil, nämlich Schlappheit und Müdigkeit, sowie gesteigertem Appetit ausdrückt. Nachwirkungen bestehen einzig aus Schlappheit am nächsten Tag; das Phänomen des „Back-Flashs“, bei dem es zu einer spontanen und kurz anhaltenden erneuten Wirkung kommt, konnte bisher wissenschaftlich nicht bestätigt werden. Dabei scheint es sich eher um eine Art Placebo-Effekt zu handeln.

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