Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg beantragt zwei offizielle Cannabis-Verkaufsstellen

Das Thema Legalisierung von Cannabis ist aktuell wieder in aller Munde und schlägt auch in der Politik hohe Wellen. Insbesondere in der Hauptstadt sorgt der Umgang mit Cannabis immer wieder für Schlagzeilen. So auch diese Woche: Der Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg reicht nämlich heute, am Freitag den 26. Juni, einen Antrag für zwei Cannabis-Verkaufsstellen beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) mit Sitz in Bonn ein. Das innovative Konzept entstammt der Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne), die den Antrag heute öffentlich unterschreiben will. Der Antrag ist ein weiterer wichtiger Impuls für den Umgang mit Cannabis, ein Thema welches insbesondere in der Hauptstadt in immer kürzeren Abständen für politische und mediale Aufmerksamkeit sorgt.

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Was sieht das Konzept genau vor?

Der Antrag umfasst 25 Seiten und fordert für den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg zwei Verkaufsstellen, in denen registrierte Konsumenten aus dem Bezirk Haschisch und Marihuana stattlich kontrolliert kaufen können. Der Preis für Cannabis soll in etwa 10 Euro pro Gramm betragen, was ungefähr dem Preis bei Dealern entspricht. Für den gleichen Preis würden Konsumenten also Cannabis von staatlich kontrolliertem Anbau kaufen können. Die Käufer könnten sich also absolut sicher sein, dass es sich hierbei um qualitativ hochwertigen Cannabis handelt. Pro Einkauf dürften bis zu zehn Gramm Cannabis - jeweils in ein Gramm Tüten verpackt - eingekauft werden. Angebaut werden soll der Cannabis in der Umgebung von Berlin. An Platz mangelt es im dünn besiedelten Bundesland Brandenburg, welches sich um Berlin herum erstreckt, jedenfalls nicht. Das Ziel der Grünen-Politikerin und Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann ist es, den illegalen Drogenhandel auf den Straßen in Friedrichshain und Kreuzberg einzudämmen, sowie den Jugendschutz zu stärken. Auch sollen Verbrauchen geschützt werden, indem sie sicher gehen können, dass das verkaufte Cannabis höchsten qualitativen Ansprüchen genügt.

Der 25 seitige Antrag geht nun an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte in Bonn. Dieses hat dann genau drei Monate Zeit, um den Antrag zu genehmigen oder abzulehnen. Jedoch ist der Verbot an weichen Drogen wie Cannabis im Bundesgesetz festgeschrieben, weshalb wohl erwartet werden kann, dass die Genehmigung solcher Verkaufsstellen eher unwahrscheinlich ist. Hoffnung auf eine Genehmigung, die einem kleinen Meilenstein in der Legalisierung von Cannabis gleichkommen würde, besteht jedoch. Eines ist jedenfalls sicher: Es sind mutige und einflussreiche Persönlichkeiten wie die Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann, die einen fortschrittlicheren Umgang mit dem Thema Cannabis ganz entscheidend vorantreiben, mitgestalten und prägen.